2. Liga
15. Spieltag 18.11.2019
Spielbericht von Deutsche Autorennationalmannschaft
Halt mein Popcorn! Autonama-Drama am letzten Medienligaspieltag

Nach der knappen Niederlage gegen den Zweitligameister Babelsberg vor zwei Wochen und dem Abrutschen auf Platz 6, waren die Voraussetzungen für das Erreichen der Playoffs für die Autonama denkbar schlecht. Nichtsdestotrotz hatten sich die Schreiber vorgenommen, das Unmögliche an diesem 18. November möglich zu machen, auch um Coach Frank Willmann noch ein letztes Spiel nach dem letzten Spiel zu ermöglichen. Und der Abend sollte spannender werden, als es anfangs denkbar schien.

Bereits vor dem Spiel war klar, dass Radio Fritz sich über Platz 2 direkt für die erste Liga qualifiziert hatte. Gleichzeitig schwirrten Gerüchte über den Kunstrasen des Cantianstadions, dass die Radiofritzen auf den Aufstieg verzichten würden. Der Phantasie waren also schon vor dem Anpfiff keine Grenzen gesetzt, zumal Onefootball nur 2:1 gegen RTL gewonnen hatte und es so der Autonama möglich sein würde, durch einen Sieg mit mindestens 3 Toren Unterschied die Fußball-Äppler zu überholen.

Die zeitgleich ablaufenden Spiele zwischen Zeit Online – ebenfalls punktgleich mit der Autonama, aber mit deutlich besserem Torverhältnis – und Berlinomat sowie die Partie media:net vs. Abendschau würden zudem entscheiden, ob der begehrte 4. Platz und somit die Qualifikation erreicht werden konnte.

Der Gegner der Autoren an diesem Abend war die Mannschaft von den Yorck-Kinos, die sich erst kurz vor dem Anpfiff aufs Feld traute und dabei so zahlreich auftrat, wie das Publikum im Schöneberger Odeon-Kino am Montagnachmittag: Ganze sechs Cineasten stellten sich zu Beginn der Autonama entgegen.

Die Schreiber wiederum konnten mit der zahlenmäßigen Überlegenheit und dem tief stehenden Gegner anfangs recht wenig anfangen. Das Wissen darum, dass vermutlich nur ein sehr hoher Sieg die Playoffs möglich machen würde, sorgte für viel Krampf und wenig Spielfluss. Als der Plan „Ball und Gegner laufen lassen“ nicht schnell zum erwünschten Führungstreffer führte, wurden vermehrt lange Bälle geschlagen und lange Gesichter gezogen. Coach Willmann versuchte von der Linie aus einzuwirken, aber auch die Hobbyhooligans Ehrmann, Eilenberger und Köhler machten von außen Lärm, der vielleicht nicht unbedingt Ruhe und Spielfluss förderte.

Interessanterweise fiel der trotz allem hochverdiente Führungstreffer erst in jener Phase des Spiels, in der sich Yorck durch verspätet eingetroffene Mannschaftskollegen (man stand wohl noch in der Schlange am Popcornstand oder hatte die Eintrittskarten vergessen) wieder auf normaler Mannschaftsstärke befand. Die nun etwas offensiver agierenden Gegner wurden tatsächlich ausgekontert und Sturm-Truffaut Nik Afanasjew netzte unnachahmlich zum 1:0 ein. Da weitere Chancen aber nicht genutzt werden konnten, ging es nur mit dieser knappen Führung in die Halbzeit, in der sich Sechser Jan Böttcher an einer fitzcarraldohaften Kinski-Hommage versuchte. Irritierte Blicke der anwesenden Fußballconnaisseure. Zum Glück musste aber niemand Regisseur Willmann anbieten, den zornigen Mann zu ermorden, da er durch Umarmungen und Einflüsterungen davon überzeugt werden konnte, dass vielleicht doch nicht alles Scheiße war und die Hoffnung noch nicht verloren.
Das schien um so mehr eine relevante Filmkritik von Teil 1 zu sein, da media:net noch bei 0:0 stand (wobei nur eine Niederlage der Autonama geholfen hätte) und vor allem Zeit Online nur 1:0 gegen Berlinomat führte. Ein 5:0 hätte bei diesem Stand also ausgereicht. Und da media:net mittlerweile klar führte, würde der Kampf um Platz vier zwischen Autonama und Zeit ausgefochten werden.

Angefeuert von diesem Wissen, hauten die Schreiber in Halbzeit zwei rein wie Bruce Willis in „Die Hart“. Ein früher Abstimmungsfehler in der Abwehr des Gegners wurde von Afanasjew direkt zum 2:0 ausgenutzt. Eilenberger, Ehrmann und Köhler – mittlerweile zum schnellen Balleinsammeln hinter dem Tor des Gegners platziert – feuerten lautstark an und schielten zudem immer wieder zu den anderen Plätzen. Eine Traumkombination über Nik netzte Simon Roloff, der interstellarhaft aus der tiefsten Tiefe des Raumes vorstieß, zum 3:0 ein, und als Nik selbst kurz darauf zum 4:0 und 5:0 traf, war die Freude der Autoren groß. Die Euphorie sollte allerdings nur Minuten währen, weil Jubel vom Nachbarplatz herüberwehte: Zeit Online hatte zum 2:0 getroffen. Der Autonama fehlte also wieder ein Tor.

Aber dieser Abend hatte noch mehr Wendungen parat als die „Usual Suspects“ …

Angetrieben von der neuen Info vom Spielfeldrand, stürmten die Schreiber erneut voran. Die Yorckianer waren in dieser Phase auf jeden Fall „Au bout de souffle“, sodass tatsächlich kurz darauf Treffer 6 durch Stefan folgte. Die Playoffs schienen in greifbarer Nähe. Der Jubel war groß!

Aber dann …

Dann überschlugen sich die Ereignisse schneller als die Polizeiwagen in „Blues Brothers“: Nach umstrittener Zweikampfführung des Gegners, die vom ansonsten starken Schiedsrichter übersehen wurden, konnte sich Matthias nur noch mit einem Tackling helfen, welches nach den Regeln der Medienliga zurecht mit einem Foul bestraft wurde: Neunmeter für Yorck. Exakt im selben Moment auch auf dem Nachbarplatz ein lauter Pfiff und laute Diskussionen. Eilige Blicke ergaben: Elfmeter für Berlinomat gegen die Zeit. Würde Yorck verschießen und Berlinomat treffen, bräuchte die Zeit zwei weitere Tore, um wieder an der Autonama vorbeizuziehen.

Während also Eilenberger und Ehrmann den Neuner der Yorckianer verfolgten, stürmte Köhler zum Nachbarplatz. Die nächsten Szenen dann mit mehr Slowmotion als jeder Michael-Bay-Film:
Der Spieler von Yorck läuft los, täuscht an und verlädt den ansonsten überragenden Keeper Merkel, und nur Sekunden später drischt ein Berlinomat-Spieler den Ball über das Zeit-Tor hinweg in den Nachthimmel. 6:1 Autonama, aber weiterhin 2:0 Zeit. Die Autoren brauchen jetzt erneut einen Treffer.

In einer überraschenden Move, der vielleicht von Coppolas Vorgehen vor dem Drehbeginn von „Apocalpyse Now“ inspiriert war, ersetzte Yorck nun aber seinen Torwart. Und dieser neuen Keeper sollte sich in den verbleibenden Minuten als unüberwindbar für die Autoren erweisen, die zudem mit ihren Kräften langsam am Ende waren. Es war am Ende Keeper Merkel zu verdanken, der mehrere Eins-zu-Eins-Situationen durch Konter brillant parierte, dass Yorck nicht mehr Tore schoss. Als zudem Zeit Online auf dem Nachbarplatz auf 3:0 erhöhte, wurde klar, dass die Autonama trotz großartiger Energieleistung die Playoffs verpassen würde.

Die Anwesende Filmkritik war sich aber einig: Alles in allem dennoch ein großartiger Abend am Cantianstadion mit einem Spiel, dass an Dramatik und Spannung eines Trainerlegendenabschieds mehr als würdig war. In der anschließenden 3. Halbzeit in der Sportslounge zeigte die Autonama dann eindrucksvoll, dass sie trinktechnisch schon seit Jahren Erstliganiveau hat. Der sportliche Aufstieg aber wird noch ein Jahr warten müssen …

Autonama vs: Yorck 6:1

Tore: 1:0 Nik, 2:0 Nik, 3:0 Simon, 4:0 Nik, 5:0 Nik, 6:0 Stefan, 6:1 Dreamkiller

Wir bedanken uns beim Gegner für ein sehr fair geführtes Spiel, wünschen für die nächste Saison alles Gute und entschuldigen uns für den teilweise etwas über-lauten Support hinter des Gegners Tor!