2. Liga
13. Spieltag 21.10.2019
Spielbericht von ZEIT ONLINE
Doppelspieltag für beide Mannschaften: Die halbe ZON-Mannschaft hat Geburtstag, die Autonama Länderspiel in Norwegen. Nach den drahtigen Feingeistern aus Norwegen nun also die schmerbäuchigen Online-Schluris vom Askanischen Platz.

Es sollte sich aber zeigen, dass den Autoren auch das Liga-Graubrot schmeckt: 15. Minute, ZON aufgerückt, einen Abpraller bringen die Autoren schnell durch zur Spitze Nik – der einmal wackelt und mit dem schwachen Fuß einfach ins lange Eck zielt. Sieht man in dieser Selbstverständlichkeit auch selten in Liga zwei. 0:1 jedenfalls, noch vor dem ersten Schweißfleck.

ZON machte weiter wie vor der Autoren-Führung und besann sich auf seine (so oft vorzüglich versteckten) Stärken: Körper rein, Ruhe im Aufbau, Teamspirit, vorne machte Stürz die Bälle fest, im Zentrum rackerte sich Steffen „Der hat doch schon“ Dobbert langsam in Spiel und fremde Hacken. Und so musste, nachdem es eine Halbzeit lang in Richtung Autorentor lief, irgendwann auch mal ein Ball vors Tor fallen. Letztlich war’s dann eine, naja, Flanke, die sich Maxi und die Autoren-Abwehr teilten. Stürz eiskalt wie ein Flutschfinger, Ausgleich, Halbzeit.

In der Coach Grahl noch mal zur Ruhe mahnt und Stürz eine Eingebung hat: 10 Minuten später legt er einen angetippten Freistoß seidenfüßig an der Mauer vorbei und auf Steffen zurück. Tap-In, 2:1. Der erste Freistoß, aus dem die sturen ZON-Böcke diese Saison mal was machen. Und Gefühle, wo man kaum beschreiben kann.

Da müssen die Autoren eingesehen haben, dass ohne König Otto nichts zu holen war. Rakete Nik bekam kaum noch Bälle (dafür aber ein paar Ellenbogen in den Nacken), der Rest ein paar nette, aber dank Keeper Ritsch entschärfte Angriffe. Selbst Steffens Nachbarschaftshilfe brachte nichts. Kurz nach seiner Zeitstrafe krachte es vorn zum Dritten. Wieder Stürz, wieder auf Steffen. Danach Bälle löschen und warten.

Autonama trotzdem vorne dabei (Daumen gedrückt), wir schielen auf Platz vier – und das nächste Großfeldtreffen mit den Autoren auf dem Berolina-Platz. (Jetzt liegt der Ball in eurem Garten.)

PS Dank einem guten Gegner und Schiedsrichter.
PS1 ZON-Treffer 2 und 3 hat der Chronist wohl vertauscht. Seine dollsten Böcke an diesem Tag.
Spielbericht von Deutsche Autorennationalmannschaft
Ein Spiel für die Experten, also mit eindeutigem Ergebnis und einer Menge Interpretationsspielraum bei den Ursachen. Lag es an der Ansetzung eines Montagsspiels direkt nach der Länderspielpause? Was läuft da eigentlich in den Hinterzimmern der Verbände (RTL)? War die Offensivreihe einfach mental noch beim 5:3 gegen Norwegen und außerdem superungeil gestaffelt (Sky)? War Zeit Online heute einfach präsenter (DAZN)? Lässt sich manche Nickligkeit historisch erklären, immerhin reift die Begegnung langsam zum Kleinfeld-Clasico (ARD Sportschau)? Oder haben die einen heute einfach mehr für die Statistik getan als die anderen (ZDF Sport Extra)?

Die Facts: In den ersten fünf bis zehn Minuten wird abgewartet und abgetastet, dann zieht Zeit Online an. Wolf hat ein wenig Glück, dass ein schöner Chip über ihn hinweg vom ZEIT-Stürmer nur in den Fuß des starken Keepers Köhler weiterverlängert wird. Ein Distanzschuss kurz darauf fliegt knapp übers Tor. Mitten in dieser Drangphase verwandelt Nik nach schöner Einzelleistung einen, den man nicht unbedingt machen muss mit links in die lange Ecke. Das ist aber letztlich nur Kosmetik. Wir kommen — hier mögen die schweren Beine einiger Kollegen eine Rolle spielen — im Zentrum nicht in die freien Räume und stehen selbst in der Rückwärtsbewegung zu weit auseinander. Dann ein schlimmer Stockfehler von yours truly am eigenen Strafraum — sind immer die einfachen Sachen, die nicht klappen wenn man lange ausgesetzt hat — und ein Onliner kann völlig frei einnetzen. Darf nicht passieren! Ich kann immerhin berichten, dass sich der Kunstrasen auf Platz 1 selbst dann noch luxuriös anfühlt, fast wie ein bemooster Waldboden, wenn man die Stirn hinein drückt.

Dann wird es im Zentrum ein wenig giftig, Christoph hakt die Hörner mit dem Zweier von Zeit Online ein, der wird vom Schiri auf dem Weg in die Kabine zur Ruhe ermahnt, kann aber an diesem Abend nicht anders und nach der Pause die Zeitstrafe nicht mehr umgehen. Zeit Online ist in der zweiten Halbzeit immer noch lauffreudiger und macht jetzt auch gerne mal vom Körper Gebrauch. Das 2:1 ist dann fast logisch wenn auch hergeschenkt, ein Abpraller nach guter Parade von Köhler, den Abwehr oder Sechser bei ganz normaler Spritzigkeit eigentlich haben müssen. Das 3:1 eine clevere Freistoßvariante, bei der offenbar niemand den frei stehenden Herrn vier Meter neben der Mauer ernst nimmt. Die letzten zehn Minuten gehören dann nochmal der Autonama, aber entweder sind die Abschlüsse zu zögerlich, oder der gegnerische Keeper zu gut oder beides. Woran lag’s also jetzt? Nothing to say, wie Thomas Müller sagt, dass der Engländer das so sage.

Danke für das Spiel an Gegner und Schiri!